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Metzgersprung
Tradition

Die Geschichte des Münchner Metzgersprungs

Zu einer modernen Gesellschaft gehört auch die Pflege von historischen Brauchtum. Alle 3 Jahre findet in München „Der historische Münchner Metzgersprung“ statt.
Wie der Schäfflertanz ist auch der Metzgersprung aus einer schrecklichen Zeit heraus geboren worden. Vor 450 Jahren, als der schwarze Tod in den Mauern der Stadt München gewütet hatte, zogen die Zünfte der Metzger und Schäffler in fröhlichem Tanz und mit klingendem Spiel durch die noch verödeten Gassen der Stadt, um die ängstlichen Bürger wieder aus ihren Häusern heraus auf die Straße zu locken.
Durch Umzug mit wehender Fahne und der Fröhlichkeit der Zunftangehörigen gelang es ihnen – nicht zuletzt durch den ausgelassenen und grotesken Sprung in den Fischbrunnen auf dem Marktplatz – die verängstigten und in den Häusern vergrabenen Menschen herauszulocken und aus ihrem Elend aufzurütteln, wodurch das Leben sich wieder normalisierte.

Bild: Das Brunnenspringen der Metzger in München. Historischer Stich aus dem 18. Jahrhundert. (heutiger Fischbrunnen am Marienplatz)

Zur Erinnerung an diese schreckliche Zeit und als Lohn für ihr tapferes Verhalten erhielt die Metzger-Innung das Privileg zugesprochen, diesen Umzug alljährlich am Fastnachtsmontag wiederholen zu dürfen. Heute wird diese Tradition am letzten Feriensonntag durchgeführt. Die Metzger verbanden damit einen alten Zunftbrauch: die Freisprechung der Lehrlinge. Nach dem Umzug mussten die Lehrlinge in den Fischbrunnen am Marienplatz springen, warfen Nüsse, Äpfel und Münzen unter die herbeieilende Jugend, die dann mit Wasser begossen wurde. Auch die umstehenden Gaffer bekamen ihren Teil ab.

Allzu lustiges Treiben führte oft zu Ausschreitungen, sodass 1793 der Metzgersprung durch den Kurfürsten verboten wurde. Maximilian der II. aber ließ diesen alten Volksbrauch wiederaufleben, und seitdem zogen die mit Kälberschwänzen behangenen Metzgerbuben wieder alljährlich am Faschingsmontag zur Taufe an den Fischbrunnen, die dort in althergebrachter Weise erfolgte.

Nach den Kriegswirren wurde der Münchner Metzgersprung 1954 letztmalig wieder aufgeführt. Durch die Metzger-Innung München entsteht dieser alte Brauch, der zum Leben der Stadt München gehört, in Abständen von 3 Jahren wieder.

Bild: Jung-Gesellen beim Umzug zum Fischbrunnen (Gewand mit Kälberschwänze)

Bild: Die traditionelle „Taufe“ im Fischbrunnen am Marienplatz

Bild: Meisterssöhnchen in historischer Tracht zu Pferd

Bild: Zunftlade der Metzger-Innung München beim Metzgersprung

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